Unter
Faszie versteht man die Häute, die einen Muskel einhüllen, die eine Sehne umgeben, die
ein Organ an seinem Ort im Körper halten, das Bindegewebe , in dem die Nerven und
Blutgefäße laufen, das Gewebe, welches einem Organ letztendlich die Form gibt, unter dem
wir es kennen. Ligamente oder Bänder sind gleichsam Verdickungen dieser
Faszien und dienen dazu, die einzelnen Knochen zusammenzuhalten und die Gelenke zu
stabilisieren und zu führen. Die Gelenke selbst besitzen Gelenkkapseln, Knorpel und
gelegentlich Menisci (Faserknorpelscheiben) aus demselben Material. Man muss
sich
vorstellen, dass dieses System aus Bindegewebshäuten von Kopf bis Fuß aus gleichsam
einem Stück besteht und ein Einheit bildet, die den gesamten Körper zusammenhält.
Dieses Organ findet sich also überall im Körper,
obwohl wir es nicht sehen können. In den anatomischen Präparaten wird es wegpräpariert,
um die Organe besser darstellen zu können. Über alles wird in den medizinischen Artikel
geschrieben, aber nie darüber. Für den normalen Arzt hat es keine Bedeutung. Es ist
keinen Test, um seine Funktion zu prüfen. Auch Methoden, um dieses Organ bildlich
darzustellen gibt es nicht.
Wenn man es drückt, gibt es nach, weil seine Konsistenz weich ist.
Der Metzger
schneidet es vom Fleisch weg, weil es niemand essen will.
Dieses Faszio-Ligamentäre Organ beansprucht etwa 6%
unseres Körpergewichts und Körpermasse. Wir können es nur fühlen, wenn wir an den
Muskeln und Organen ziehen, aber unter normalen Umständen tut es nicht weh und wir
spüren es nicht. Es ist wie eine "Verpackung", wobei alle Organe und das
Skelett eingepackt sind und zwar mit einer einzigen Folie: Dieses Organ ist an allen Orten
zu finden, überall gegenwärtig, aber an manchen Stellen verdickt: an diesen Stellen
nennen wir es Bänder oder Gelenkkapseln und sogar die Anatomen haben diesen Verdickungen
Namen gegeben. Dass es nur an diesen Stellen Namen hat, lenkt den Arzt davon ab,
dass es
sich überall hin ausbreitet. Diese Tatsache wird zwar im Studium gelehrt, aber nur um
möglichst schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Schlimmer noch: dei Studenten
vergessen auch die Existenz eines fazio-ligamentären Organs.
So können wir jeden Anatomieatlas öffnen und
werden feststellen, dass das dünnste Kapitel das über die Bänder ist.. Selbst
ausführliche und repräsentative Textbücher erwähnen sie nur am Rande. Dieses Organ,
dieses Gewebe , diese Struktur ist die vernachlässigste und verwaisteste
Gewebe
überhaupt. Alle Organe des Körpers wurden mit einem "Spezialisten" gesegnet,
d.h. Fachärzte. Aus diesen sind Organisationen, Gesellschaften, Bürokratien,
Fortbildungsseminare geworden. Und das Faszio-ligamentäre Organ ? Es hat nirgends eine
Bedeutung. Es wird missachtet wie eine Verpackung, wie ein Briefumschlag, wie eine
Schutzhülle.
Ja, und dann glaubt man nur, was man sieht. Man
kann aber mit Röntgenstrahlen die Bänder nicht darstellen, man kann allenfalls
durch eine gestörte Ausrichtung der Knochen auf gerissene Bänder schließen. Dies ist
jedoch kein Hinweis auf verkürzte, verlängerte, lockere oder verletzte Bandstrukturen,
geschweige denn auf entsprechende Verletzungen der Faszien. Allenfalls bei Aufnahmen unter
Belastung oder in Funktion, die von manchen Chirotherapeuten durchgeführt werden, weisen
auf derartige Störungen hin. Aber auch die Chirotherapeuten werden von der übrigen
Schuldmedizin ebenfalls als Außenseiter betrachtet.
Was man nicht sehen kann, existiert somit
auch nicht. - Und Hand anlegen will man heute auch nicht mehr: Der moderne Arzt
verlernt immer mehr zu palpieren und manuell zu untersuchen, und das ist die einzige
Methode, das Faszio-ligamentäre Organ zu untersuchen. Der Arzt zieht vor auf Schatten zu
schauen, auf Bilder, Röntgen, Kernspinaufnahmen und ist in seinem Denken ausschließlich
auf das Bild fixiert. Der Mensch, der Wissenschaftler und speziell Ärzte sind nun einmal
bildorientiert. Wenn man dann einen Patienten fragt, wann er von seinem Orthopäden
eingehend körperlich untersucht worden ist, bekommt man meist eine negative Antwort. Und
so bleibt das Fazioligamentäre Organ diesbezüglich verwaist und alleingelassen.
Außerdem ist dieses Organ langweilig, unter
dem Mikroskop gibt´s nicht viel zu sehen. Dieses Organ hat nur eine Art auf Krankheit und
Verletzung zu reagieren, und das ist Verschleiß und Entzündung. Das ist so langweilig,
dass sich bisher niemand gefunden hat sich darüber zu spezialisieren. Jetzt hat man
gefunden, dass dieses Organ durch vermehrtes Wachstum auf Prolotherapie
reagiert und
es mikrospisch dargestellt, das ist aber auch nicht interessant genug.
Es hat aber folgende Aufgaben:
--- es hält den Körper in seiner Form
--- es hält die Knochen und Gelenke zusammen (sodass
man sie auch bei Brüchen reponieren kann)
--- durch die Bewegungen des Körpers (Drehungen)
wird wie bei einem Gummizug elastische Energie gespeichert, die ein flüssiges Bewegen
(Gehen) erst ermöglicht. Die Effektivität hängt natürlich erheblich von der Spannung
dieses Systems ab.
--- Es führt die Bewegungen der Gelenke
--- Es grenzt die einzelnen Muskeln gegeneinander ab, als
Schutz, Gleitlager und zur Funktionsverbesserung.
--- durch Zugspannung wird eine direkte Belastung des
Gelenkknorpels verhindert. Ist es verletzt (durch Operation, Riss, Lockerung oder
ähnliches) kommt es zur Vollbelastung des Knorpels und damit zur Abnutzung desselben
(Arthrose)
Daraus folgt:
--- die meisten chronischen oder
rezidivierenden Beschwerden des Bewegungsapparates haben letztendlich eine Störung in
diesem Faszioligamentären Organ.
--- besteht eine ungenügende Funktion dieses Organes
(Bandlockerung, Bandscheibenschaden, Instabilitäten, Arthrosen, Rheumatische
Veränderungen) muss die Muskulatur den fehlenden Halt kompensieren und verspannt sich.
--- durch die Verknüpfung dieses Organs in den
gesamten Körper ergeben sich ausstrahlende Beschwerden, die neurologischen Erkrankungen
sehr ähneln oder eine Nerveneinklemmung vortäuschen und deshalb nicht in ihrer Ursache
erkannt und deshalb falsch behandelt werden. (sog. fortgeleiteter Schmerz = referred pain)
--- Wenn man der Ursache der Schmerzen genau nachgeht
und die störende Bandverletzung durch Prolotherapie behandelt, kann man
zuverlässig auch die ausstrahlenden Schmerzen behandeln, die oft schon Grund einer
schmerztherapeutischen Dauerbehandlung ( Opioidbehandlung, Kochsalzinjektionen,
Spinalkatheter u.ä.) gewesen sind.
Die Bedeutung dieses Organes (
Bänder, Gelenkkapseln, Faszien ) sollte mehr erkannt werden. Durch seine gezielte
Behandlung könnten ca. 80% der Beschwerden des Bewegungsapparates und der degenerativen
Veränderungen gebessert und geheilt werden, zahllose unnötige Operationen vermieden und
die Lebensqualität zahlloser Menschen verbessert werden, denn in seinem Leben hat jeder
einmal Verletzungen, Zerrungen und Verschleißerscheinungen. Wie sehen Sie das?